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Die Chronik der internationale Wirtschaftskrise 2007 - 2009

Von der Finazkrise zur Wirtschaftskrise

Ursprung der Finanzkrise

Durch niedrige Leitzinsen boomte das amerikanische Hypothekengeschäft seit dem Jahr 2000. Auch Kunden mit mangelnder Bonität (subprime) erhielten Kredite, obwohl ihre Einkommen knapp oder gar nicht für die Rückzahlung ausreichte. Ein Video welches die Finanzkrise erklärt finden Sie hier.

Auslagerung des Risikos

Das durch diese Subprime-Darlehen entstandene Risiko wurde in Form innovativer Finanzinstrumente auf internationale Kreditinstitute verlagert. Hohe Renditeerwartungen, verteilte Ausfallrisiken, Absicherung durch Grundpfandrechte und gute Bewertungen durch Ratingagenturen ließen diese Geldanlagen sehr interessant erscheinen.

Die Blase platzt

Die niedrigen Zinsen ließen Nachfrage und Preise am US-Immobilienmarkt explodieren. Mitte 2004 begann die FED den Leitzins (damals 1,0 %) schrittweise zu erhöhen. Bis August 2006 folgten auf Grund von Inflationsbedenken 17 Zinserhöhungen. Der Leitzins stieg auf 5,25 %.

Die Zinsen für Immobilien-Kredite stiegen an. Viele Kreditnehmer, die ihre Kreditraten kaum zahlen konnten, gerieten in Zahlungsschwierigkeiten.
Die Zahl der Zwangsversteigerungen stieg. Die Immobilienpreise gaben nach. Sicherheiten verloren an Wert.

Abschreibungen und Insolvenz

Im Juni 2007 gerieten die Investmentbank Bear Sterns in Schieflage. Zur Vermeidung einer Insolvenz wurde die Bank auf Druck der FED im März 2008 an J.P. Morgan Chase verkauft. Erste deutsche Banken (IKB und einige Landesbanken) meldeten ebenfalls Abschreibungsbedarf. Trotz eines 150-Milliarden-Dollar-Programms zur Stützung der Wirtschaft, das der US-Kongress im Februar 2008 verabschiedete, verschlimmerte sich die Krise.

Von der Finanz- zur Wirtschaftskrise

Immer mehr Finanzunternehmen meldeten Gewinneinbrüche. Das Vertrauen der Banken untereinander schwand, die Zinsen für Interbankenkredite stiegen deutlich an. Drohende Insolvenzen auch großer Unternehmen konnten nur durch Staatsgarantien vermieden werden.

Rezessionsbefürchtungen ließen weltweit die Aktienkurse fallen.
Nach der Teilinsolvenz von Lehman Brothers Mitte September 2007 fand praktisch kein Interbankenhandel mehr statt. Dies wirkte sich auf die Realwirtschaft aus: Preisverfall an den Rohstoffmärkten, Produktionskürzungen bei Autoherstellern, Kurzarbeit in fast allen Branchen. Erst durch massive Interventionen der Notenbanken und milliardenschwere Hilfprogramme der Industrienationen konnte die Wirtschaftskrise bis Mitte 2009 abgefangen werden.

Auswirkungen der Wirtschaftskrise in Deutschland

Mit einem Einsatz von mehr als 25.000 Arbeitnehmern wird seit einigen Monaten um den Autobauer Opel gepokert. Staatlichen Ausgaben in Milliardenhöhe verhindern den geplanten Schuldenabbau des Finanzministers Steinbrück. Stattdessen werden nachfolgende Generationen die Last der Rekord-Neuverschuldung (86,1 Milliarden Euro für den Etat 2010) mittragen müssen.
Die Abwrackprämie, die in 2009 für die Altfahrzeug-Verschrottung bei Erwerb eines Neuwagens gewährt wurde, wird wahrscheinlich den Auto-Absatz in 2010 schrumpfen lassen.

Der Verfall der Energiepreise ließ die Inflationsrate schrumpfen. Diese dürfte aber bei Anspringen des Konjunkturmotors schnell wieder steigen.
Der Einlagensicherungsfonds für Guthaben bei deutschen Banken wurde einer Belastungsprobe unterzogen. Die Kreditinstitute prüfen zur Zeit eine grundlegende Reform.

Durch Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit schrumpfen die Einnahmen von Krankenkassen und Arbeitsämtern. Eine Erhöhung der Lohnnebenkosten scheint wahrscheinlich.

Die Wirtschaftskrise wird sich noch einige Jahre auf unser Leben auswirken.



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